· Allgemein · von Gabi Putze
Lifestyle & Fashion für deine Seele

Heute möchte ich dir ein paar wertvolle Tipps für einen idealen Lifestyle für deine Seele geben. Wir wollen ja nicht dem Spruch gerecht werden, der da lautet: außen hui und innen pfui – stimmt’s?
Viele Menschen sind sehr darauf bedacht, dass sie im Außen wie aus dem Ei gepellt erscheinen; dagegen spricht auch überhaupt nichts. Manche Menschen investieren viel Zeit im Badezimmer, denn ob Haarsträhne, Eyeliner oder Lipgloss – alles muss perfekt platziert sein.
Für manche bedeutet es einen Weltuntergang, wenn ein paar Regentropfen auf frisch geföhntem Haar landen. Einige würden sich anschließend am liebsten eine Tarnkappe aufsetzen, denn schließlich ist ja ihrer Ansicht nach die komplette Frisur zerstört, und so unter Leute gehen geht gar nicht. Sicherlich ist ein gepflegter Mensch auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, jedoch wie wirkt das Außen, wenn das Innen völlig vernachlässigt, ja eventuell sogar verwahrlost ist?
Wie wirkt ein Mensch auf sein Umfeld, wenn er im teuersten Outfit und perfekt geschminkt, jedoch, was seine Seele angeht, ein Wrack ist? Wie wirkt im Gegenzug ein Mensch, der in legeren Klamotten, ungeschminkt und mit etwas zerzausten Haaren, jedoch völlig fröhlich und voller Freude auf eine Gruppe Menschen trifft?
Was ich damit sagen möchte, ist: Egal wie sich ein Mensch, was die Äußerlichkeiten angeht, präsentiert – wenn er inneren Reichtum besitzt, wird er durch seine wundervolle Ausstrahlung leuchten und ein sehr willkommener Zeitgenosse sein. Natürlich versteht es sich von selbst, der Morgentoilette nachzugehen. Wir wollen ja angenehm riechen, wenn uns Freunde beim Begrüßen in den Arm nehmen, oder?
Ich erinnere mich
gerade an eine Frau, die ich vor vielen Jahren durch eine Freundin bei einem Brunch kennenlernen durfte. Eine extrem gepflegte und gestylte Person. Bei ihr hat sogar die Haarfarbe zur Kleidung gepasst. Sie war in meinen Augen ein wirklich erstaunliches Kunstwerk. Es fiel mir schwer, sie nicht zu inspizieren, denn es gab so viel an ihr für mich zu entdecken. Gerade das Make-up, also vom Lidschatten bis hin zur Wimperntusche – obwohl, wenn ich so nachdenke, waren die Wimpern aufgeklebt.
Sie erzählte uns, dass sie an Wochenenden oder freien Tagen grundsätzlich morgens eine Stunde früher aufstehen würde; diese Zeit bräuchte sie, um ihre äußere Erscheinung salonfähig zu gestalten. Was für sie niemals infrage käme, wäre Schlabberlook (gemeint war bequemes Homedress) zu tragen; derartige Klamotten besäße sie gar nicht.
Wind und Wetter waren für sie der blanke Horror. Nun wurde mir auch klar, weshalb sie eine XXL-Handtasche dabeihatte. Darin verstaute sie, wie sie uns auch stolz präsentierte, ihre Utensilien aus ihrer persönlichen Friseur- und Kosmetikabteilung. Ich gehe davon aus, dass sie all die Artikel doppelt besaß. Gefühlt über hundert Produkte täglich ein- und auszupacken, würde ja noch einmal eine Stunde früher aufstehen bedeuten.
Für einen Augenblick kam ich mir in meiner legeren Jeans und einem, wie ich fand, modischen T-Shirt – alles frisch gewaschen und gebügelt – trotzdem ein wenig schäbig vor. Zumal ich das Gefühl hatte, von ihr abgescannt zu werden. Im Laufe unseres Gesprächs fiel mir auf, dass die Frau trotz geschliffen perfektem Auftritt einen eher verbitterten Eindruck auf mich machte. Ihr Lachen wirkte sehr maskenhaft, und was ihre Lebensfreude anging, war nicht allzu viel Guthaben auf ihrem Seelenkonto.
Gefühlte achtzig Prozent des Gesprächsinhalts waren dem Klagen und Urteilen gewidmet. Irgendwann im Laufe der Unterhaltung empfand ich eine sanfte und wohltuende Welle durch meinen Körper gleiten. Mir wurde bewusst, was für ein wundervolles und freies Leben ich genießen darf. Ich empfand schon fast ein wenig Mitleid, was ich jedoch wieder abstreifte, denn ich will ja nicht für etwas leiden, das mit mir überhaupt nichts zu tun hat.
Das solltest du übrigens auch nicht. Du kannst Mitgefühl für jemanden oder etwas haben, jedoch kein Mitleid. Wie das Wort Mit-leid schon sagt, bedeutet es: mitleiden.
Jahre später habe ich erfahren, dass die Dame von einer unheilbaren, sich einschleichenden und körperlich einschränkenden Krankheit heimgesucht wurde und seit einiger Zeit auf fremde Hilfe angewiesen ist. Sie leide wohl sehr darunter, ihrem äußeren Lifestyle nicht mehr gerecht zu werden. Dankbarkeit ihrem Pflegepersonal gegenüber kennt sie leider nicht; wenn etwas nicht nach ihrem Willen geschieht, hagelt es wüste Beschimpfungen.
Was nützt es, eine prachtvolle Praline serviert zu bekommen, wenn deren Inhalt ungenießbar ist? Mir sind Pralinen am liebsten, die ein appetitliches Äußeres haben und zugleich eine Genussexplosion für den Gaumen bereiten.
Lifestyle für die Seele bedeutet
für mich: Selbstliebe, Achtsamkeit, Respekt, Toleranz, Gelassenheit, Unbeschwertheit, Lebensfreude, Glücksmomente und Dankbarkeit. Ein besonderes „Must-have“ ist das Vergeben-Können.
Absolut zu meiden gilt es, Neid und Eifersucht die Türen zu öffnen. Diese Emotionen haben eine sehr vergiftende und ausstrahlungsvernichtende Wirkung. Sie führen einen auf den Weg der Einsamkeit und Verbitterung, also: Attenzione!
Wenn wir uns darin üben, was inneren Glamour angeht, bekommt unsere Seele den luxuriösesten Lifestyle, den man sich vorstellen kann. Sie wird glänzen wie ein Stern am Firmament, und ihr Strahlen wirkt belebend auf all die anderen Seelen in ihrem Umfeld.
Diese Art von Lifestyle & Fashion ist eine großartige Bereicherung und bekommt auf jedem Catwalk den ersten Platz.
Mein Motto:
„Mach dein Herz zum Meister und deinen Verstand zum hilfreichen Diener.“
Alles Liebe
Deine Gabi
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